Michael Kos
23.10. – 21.11. 2015

Objekte und geschlichtete Malerei
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Verbindend für die vielfältigen Objekte, Installationen und Bildschlichtungen von Michael Kos ist ein eindringliches Materialverständnis, das der Künstler als essentiellen Ausgangspunkt für seine Werkfindungen sieht.

Kos denkt diesen Gedanken stringent: “Malerei und Skulptur sind gestaltete Oberfläche und diese ist materiell, also ist nicht die Fläche, sondern das Material der Ursprung der Kunst.”
Diesem Gedanken tragen seine Werke spürbar Rechnung. Ob geschlichtete Bildobjekte, ob illusionistisch vernähte Steine, ob plastische Kreisobjekte oder ob hintergründige Installationen – bei all diesen Werken steht eine künstlerische Vereinnahmung von Material im Zentrum. Da ist einerseits eine ausführliche Materialmeditation spürbar, andererseits sind es ungewöhnliche Kombinationen, die klassische und zeitgenössische Materialien zusammenführen.

Kos kennt seine Werkstoffe, aber er kennt und verwendet sie mit einer Intimität, die nicht ihren physikalischen Aspekt beleuchtet, sondern ihr energetisches Potential für die Gestaltung von Bild, Form und Inhalt unterstreicht. An diesem Punkt treffen sich für ihn Material und Sinn.

Material Mind, Muse Material, Verfertigung hießen z. B. einige seiner letzten Ausstellungen. Auch hier implizierte der Titel ein konkretes Tun am Stoff, am Material. Für Kos sind Idee und Konzept wichtig, aber er ist dezidiert kein Konzeptkünstler: ”Ideen hat man, Kunst macht man. Mein Interesse gilt vor allem dem zweiten, der engen Begegnung mit Materie. Die künstlerische Aneignung und Verdichtung von Material macht den Sinn der Kunst, indem sie die kulturelle Affektion des Materials verändert.”

Die Ausstellung zeigt aktuelle Arbeiten des österreichischen Künstlers, der innerhalb seiner Spielart des erweiterten Kunstbegriffs die materielle Essenz der Skulptur nicht aus den Augen verliert. Diese bestimmt maßgeblich seine Skulpturen und die Werkserie der „Vernähungen“, aber auch seine Malerei.
Es ist insofern auch naheliegend, dass Kos die von ihm als „geschlichtete Malerei“ titulierten Bildobjekte der „Mappings“ (Landkartenbilder) und der „Surrogate“ (bemalte Kartonstreifen) aus einem skulpturalen Verständnis heraus entwickelt. Deren Körperhaftigkeit setzt sich in der neuen Serie der „Buttons“ fort, bei denen Kos  einer bestechenden Grundform gleichermaßen Bildebene, Plastizität und Materialität verleiht.