Michela Ghisetti – Rosa Notte
17.04. – 18.05.2013

MICHELA GHISETTI  – ROSA NOTTE

Ausstellungseröffnung am Mittwoch, den 17. April von 18 – 21 Uhr

Einführende Worte: Dr. Antonia Hoerschelmann, Kuratorin Albertina


Feminin aber nicht feministisch, offen und zugleich geheimnisvoll, spontan aber auch meditativ, autobiografisch aber auch archetypisch führt Michela Ghisetti einen Dialog mit der Welt. Die aktuellen Werke gruppieren sich in großformatige Holztafeln auf denen die Künstlerin erstmals direkt ihre Zeichnung setzt sowie in kleinere Arbeiten, zumeist Collagen. Die verschiedenen Materien erlauben Ihr, unterschiedlichen Impulsen zu folgen.

Ghisettis Werk hat bis dato starke fotorealistische Bezüge, nun interessiert sie sich – inspiriert von der Schwarzweißfotografie des 20. Jahrhunderts – für die “andere Seite“, das sogenannte Negativ. Die Künstlerin assoziiert damit die Realität umzudrehen, die Kehrseite der Medaille zu zeigen. In ihren neuen Arbeiten setzt sie Teile des Motivs ins Positive und lässt andere wiederum im Negativ stehen. Der optische Reiz der verschiedenen Graustufen und die psychische Dimension verleiht den Bildern ihre eigene Aura. Die Porträtierten werden mit der Feinheit des Bleistiftstriches auf dem nackten Holz in eine reduzierte, geheimnisvolle Atmosphäre getaucht.

Ghisetti geht in Ihrem Arbeitsprozess tiefen Empfindungen nach, entwickelt in dieser Intimität Ideen und gibt ihnen eine reale, surreale oder symbolische Form. Dabei setzt sie häufig Motive zueinander in Beziehung ein formaler Prozess in Ihrer Kunst, der darüber hinaus auch hier eine psychologische Ebene aufweist.