Presse: Wiener Zeitung Nov. 2018 /  Ausstellung Mario Dalpra
von Claudia Aigner

Skulpturen sind die besseren Haustiere
Angezogen sind sie wie Autos. Einige von ihnen zumindest. Wieso, was haben Autos denn so an? Üblicherweise Lack.

Nein, ich besitze keinen Führerschein. Auf die glänzenden Skulpturen vom Mario Dalpra (fremdartige Kreaturen, Mischwesen, sinnliche Exotik) darf aber sogar ich abfahren. Und ein paar von denen, die in der Galerie Gans parken, enthüllen jetzt endlich, was sich unterm Lack befindet. Sie zeigen ihre Unterwäsche? Falsch. Nackte Haut. Aus klassischer Bronze sind sie also. Es hätte ja auch Kunststoff sein können, oder? “Sunny Figure”: ein Gute-Laune-Gelb, das mit seinen geschmeidigen Schlangenbewegungen jeden Anflug von Winterdepression wegräkelt. Eigentlich eine Liegende im Lack-Catsuit. Bloß Kopf oder Füße schauen reizvoll metallisch heraus. Eher extrovertiert: “The big all direction.” Eine Art Pflanze, die in alle Richtungen grapscht (oder winkt). Der wurden die Fingerspitzen poliert, von einer blaugrünen Patina befreit. Witzig: Der Grapscher (oder ist das dieser ominöse Watschenbaum?) hat 13 “Hände” und auf der Preisliste zufällig die Nummer 13. Und Nummer sechs auf der Liste ist sexy. Und männlich. Geradezu phallisch. Dabei unschuldig weiß. Aber mit einem verschmitzten rosa Schimmer.
Von den Maori-Tätowierungen inspiriert sind die Muster der “Tattoo Figures”. Dekorativ. (Und das ist kein Schimpfwort.) He, ist das ein Leopard? Ein bissl weniger handzahm ist er, kantiger, als der Rest, den man schon zwanghaft streicheln muss. Dalpra: “Ich liebe ästhetische Formen, die Harmonie, die Perfektion.” Na ja, vielleicht nicht nur. Seine “Schreitende” hat er jedenfalls im Schritt hochglanzpoliert. Aber das mit der Ästhetik, der Harmonie und der Perfektion kriegt er echt gut hin. Okay, dafür sind seine Acrylbilder – sehr bunt.

Galerie Gans
(Kirchberggasse 4)
Mario Dalpra, bis 17. November

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Besuchen Sie uns auf der Messe: 2 Stock, Raum 2.13
gallery statement: MARIO DALPRA  / MARTIN POHL

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Vernissageabend am 27. 6. 2018
(copyright Klaus Ranger)
Das Comeback der Sünde – Martin Praska

mit einer Lesung von Robert Streibel aus seinem von Martin Praska illustrierten Lyrikband
„Pilgers Paradies und Hölle“ (Verlag Bibliothek der Provinz)

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Presse: artmagazine

Weltkunst: art karlsruhe 2018

Kunstmarkt art Karlsruhe 2018

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